Videogamer's Hardware Guide

 • Audio > Surround •

Surround-Sound zu erhalten, ist unzweifelhaft komplizierter als bei Stereo-Ton. Das fängt schon mit der nötigen Ausrüstung an, bei der sich unerfahrene Einsteiger schnell einen Fehlkauf leisten. Auch die Vision, Surround auf möglichst billige Weise in die eigenen vier Wände zu bekommen, ist schlichtweg blödsinnig. AV-Receiver (Verstärker) und Surround-Boxensets müssen erheblich mehr leisten als ihre Stereo-Pendants, und kosten auch meist mehr als das doppelte oder dreifache. Für einen einfachen Einstieg in den Raumklang habe ich darum einen umfassenden Beitrag erstellt, der alle Bedürfnisse befriedigen sollte.

 • Checkliste •

1. Hast du genügend Platz zum Aufstellen aller Boxen?

Bereits hier scheitern ehrlich gesagt die meisten. Schließlich müssen die hinteren Effekt-Boxen auch seitlich hinter dem Zuschauer angebracht sein, und die Center-Box über/unter dem Fernsehgerät. Die seitlichen Front-Boxen und der Subwoofer sind dagegen leichter aufzustellen, ähnlich einem Stereo-System.

2. Bist du bereit, mindestens 300 Euro, besser 500 Euro, für ein Einsteiger-Komplettsystem auszugeben, inklusive Boxen?

Wenn nicht, dann lass es lieber gleich bleiben, sonst wird das Klangergebnis wenig zufriedenstellend sein oder die Anlage nicht gut erweiterbar sein.

3. Bist du auf langwieriges Einstellen der Geräte gefasst?

Wenn du davon kein Verständnis hast, such dir jemanden, der es kompetent für dich erledigen kann. Ein Surround-System ist nach dem Auspacken keineswegs sofort betriebsbereit, es muss viel Zeit für die Feineinstellung investiert werden. Sonst bekommst du - schlimmstenfalls - nicht viel mehr als aufgeblasenen Stereo-Klang.

Alles kein Problem für dich? Gut, dann lies dir die nachfolgenden Abschnitte aufmerksam durch. Sie enthalten Informationen über die einzelnen Komponenten einer Surroundanlage und anschließend Details zu den verschiedenen analogen und digitalen Tonformaten.

 • Geräte •

A/V-Receiver

AV Receiver

Ein A/V-Receiver ist ein Audio/Video-Verstärker mit integriertem Radioempfangsteil. Er besitzt mehrere Decoder, wie z.B. einen für Dolby Digital, Pro Logic oder DTS, um so das Tonsignal zu decodieren, zu verstärken und an die angeschlossenen Boxen weiterzugeben. Bei der Neuanschaffung eines A/V-Receivers sollte man darauf achten, dass bereits vorhandene HiFi-Komponenten wie zum Beispiel ein CD-Player oder eine Konsole an diesen problemlos angeschlossen werden können. Darüberhinaus sollte die Heimkino-Anlage auch zu einem späteren Zeitpunkt noch erweiterbar sein, das heißt, dass insbesondere die Anschlüsse auf der Rückseite eines A/V-Receivers für dessen Tauglichkeit sprechen. Eine Investition für die Zukunft ist Beispielsweise ein Receiver, an den sich auch ein externer Decoder anschließen lässt. Da die Tonformate immer weiterentwickelt werden und Dolby Digital Surround EX nicht der Weisheit letzter Schluss ist, kann man an solche A/V-Receiver auch zukünftige Decoder anschließen. Für Plattenspieler ist es unverzichtbar, dass der Receiver einen Phono-Eingang besitzt, was heutzutage in Anbetracht von CD oder MiniDisc nicht mehr selbstverständlich ist. Wer Digitalfernsehen empfängt, sollte zudem darauf achten, dass der A/V-Receiver über mindestens zwei Digitaleingänge verfügt, damit man nicht jedes Mal zwischen DVD-Player und Konsole umstöpseln muss.

DVD-Receiver

DVD Receiver

Viele günstigere Komplettanlagen werden mit einem DVD-Receiver ausgeliefert. Im Klartext heißt das nichts anderes, dass DVD-Player und A/V-Receiver in einem Gerät vereint sind. Das erspart lästigen Kabelsalat, meist fehlen aber genügend Anschlüsse für externe analoge und digitale Geräte. Wenn man richtig Pech hat, kann so ein Gerät nur von DVD Raumklang wiedergeben, von der Konsole (die extern angeschlossen wird) lediglich Stereoton.

Boxensets

surround speakers

Beim Kauf eines Lautsprechersystems sollte man darauf Acht geben, dass die Dauerbelastbarkeit (bei Boxen in Watt angegeben) mindestens der Ausgangsleistung der Verstärker-Endstufen, um Schäden am A/V-System zu vermeiden. Achtung: Bei Billigsystemen wird bei der Watt-Angabe auf der Verpackung schamlos übertrieben! Angaben in PMPO sind grundsätzlichlich immer getürkt, entscheidend ist die Leistung nach DIN-Messverfahren. Ebenso ist auf eine ausreichende Abschirmung der Frontlautsprecher zu achten, damit deren magnetische Strahlung nicht vorübergehend Farbflecken auf dem Schirm des Fernsehers verursacht. Weiterhin sollten die Frontboxen gleich klingen, um ein einheitliches Klangbild wiederzugeben. Letztendlich entscheidet der zur Verfügung stehende Platz im Wohnzimmer, ob man Stand- oder Kompaktlautsprecher wählt. Der Einsatz eines aktiven Subwoofers lohnt sich, um den A/V-Receiver von tiefen Basstönen zu entlasten. Bezüglich des Preises kann keine allgemeingültige Aussage gemacht werden. Ist der A/V-Receiver schon nicht besonders leistungsstark, lohnt es sich auch nicht zwingend, ein 1500 Euro teures Boxensystem zu kaufen. Sollte hochwertigeres Equipment zur Verfügung stehen, kann dieses aber erst mit den richtigen Boxen seine volle Leistung entfalten.

Tonquellen und deren Anschlussvarianten

Diese Tabelle zeigt, wie Konsolen und andere Tonquellen an den A/V-Receiver anzuschließen sind und welche Tonformate maximal möglich sind. Analog bedeutet Anschluss über eine Stereo-Zuleitung. Bevorzugt sollte die digitale Variante gewählt werden, je nach Gerät über digitales Cinch-Kabel oder optisches Kabel. Es gilt:

-DSPL 2 = Dolby Surround Pro Logic 2
-DD 5.1 = Dolby Digital 5.1
-DD = Dolby Digital (beliebige Version)
-DTS 4.0 = Digital Theater Systems Interactive
-DTS = Digital Theater Systems (beliebige Version)

 

GCN

PS21

Xbox1

DVD-
Player

DVB-
Receiver

HiFi-VCR

Analog

Haken Haken Haken Haken Haken Haken

Digital

  Haken Haken Haken Haken  

Format

DSPL2 DSPL2 &
DTS 4.0
DD 5.1 DD &
DTS
DD 5.1 DSPL2

1 Bezieht sich auf den Betrieb mit Spielesoftware. Im DVD-Betrieb sind sowohl DD als auch DTS möglich.

Zum besseren Verständnis gebe ich mal ein Beipiel ab: Ein DVD-Player hat im Regelfall sowohl analoge als auch digitale Audio-Anschlüsse. Über die analogen Anschlüsse kann maximal DSPL2 ausgegeben werden, während der digitale Ausgang maximal DTS ausgeben kann, je nach verwendeter DVD. Die digitalen Audio-Formate lassen sich meist auch in ein DSPL2-Format konvertieren, sollte der A/V-Receiver älterer Bauart sein.
DSPL2 lässt sich sowohl codiert im analogen Stereosignal als auch über digitale Leitungen ausgeben.
Der GameCube hingegen ist aufgrund seiner analogen Audio-Anschlüsse lediglich in der Lage, maximal DSPL2-Signale auszugeben, abhängig vom verwendeten Spiel.

Hochwertige DVD-Player haben zusätzlich 6 analoge Cinch-5.1-Ausgänge. Diese werden vorrangig für SACD und DVD-Audio eingesetzt

 • Peripherie •

Verkabelung

analogue cable

Für DSPL2 werden normalerweise analoge Stereo-Cinch-Kabel verwendet, sollte die Tonquelle (z.B. GameCube) keine digitalen Audio-Anschlüsse besitzen.

coax ODT

Sollte die Tonquelle über einen digitalen SPDIF-Anschluss verfügen, dann meist in Form einer ODT-Buchse (für Toslink-Lichtleiterkabel) und/oder einer Cinch-Buchse (für koaxiales Mono-Cinch-Kabel).
Um mal mit den gängigen Vorurteilen aufzuräumen: Egal ob optisches oder koaxiales Kabel, die Ton-Qualität ist prinzipiell exakt dieselbe, da schließlich die Übertragung digital und nicht analog stattfindet. Insofern halten sich mögliche Störeinflüsse äußerst gering.
Letztendlich kommt es eher darauf an, welche Eingangsbuchsen am A/V-Receiver vorhanden sind, meist sind die optischen Eingänge in der Überzahl.
Weitere Faktoren sind Kabellänge und Preis. Optische Kabel kosten verhältnissmässig viel, gibt es nicht in Überlängen und sind knickempfindlich. Koaxialkabel kosten weniger, sind unempfindlicher in der Handhabung und auch in großen Längen (mit entsprechender Abschirmung und Kabeldurchmesser) erhältlich.

Lautsprecherkabel sollten immer in guter Qualität gekauft werden, da diese bei zu geringen Durchmessern den Frequenzgang höbar verschlechtern können.

Umschalter & Konverter

digital switch

So wie es Umschalter für Stereo-Signale gibt, existieren auch solche für digitale Signale, falls die Eingangsbuchsen am A/V-Receiver nicht ausreichen sollten. Wobei für koaxiale Kabel die normalen Stereo-Umschalter mehr als ausreichend sind, brauchen optische Kabel einen eigenen Umschalter.

Sollte man sich in der misslichen Lage befinden, ein optisches Kabel an einen koaxialen Anschluss (oder umgekehrt) anschließen zu müssen, gibts dafür entsprechende Konverter. Diese kosten ab 20 bis 30 Euro und benötigen einen eigenen Stromanschluss.

Hinweis: Teile dieses Artikels entstammen aus einem Beitrag der Zeitschrift InfoSat